Léon-Foucault-Gymnasium

Klimaneutrale Schule: Die 8a des Léon-Foucault-Gymnasiums ist fest entschlossen, ihre Schule zur ersten konsequent klimaneutralen Schule in Deutschland zu machen. In zwei Projekttagen haben sie sich jetzt voll auf das Thema konzentriert. Fünf Teams sind arbeitsteilig unterwegs, um zu Beginn des nächsten Schuljahres die gesamte Schule zu mobilisieren. Ein ganzer "Klimawald" mit mindestens 25.000 Bäumen ist nötig, um die durchschnittlich 315 Tonnen Kohlendioxid aufzunehmen, die der Energiebedarf des Gymnasiums verursacht. Zum Start der Aktion soll ein symbolischer "Klimabaum" auf dem Schulgelände gepflanzt werden. Schulleiter Uwe Blazejczyk hat zugesagt, zu Schuljahresbeginn in allen Klassen eine Lernstunde für die Beschäftigung mit dem Thema "Klimaneutrale Schule" anzusetzen. Die Achtklässler werden dafür einen Videoclip erstellen. Auch Klassenlehrerin Kristin Partusch ist von der Initiative ihrer Schüleriinnen und Schüler begeistert. Zu den Projekttagen brachte sie einen kleinen Baumsämling als Maskottchen des Projekts mit.


Materialien für die Projektarbeit. Nebenbei entstehen bei den Projekten, die die Energiefüchse vorantreiben, immer wieder kleine Lern- und Arbeitsmaterialien,  die wir gerne auch allen Schulen zur Verfügung stellen. Am Léon-Foucault-Gymnasium kamen jetzt zwei Materialien zum Einsatz, die sich mit der Berechnung des Dämmwerts von Gebäuden sowie mit dem Verständnis und der Verwendung von Klimabereinigungs-Faktoren beschäftigen. Beide Papers gibt es zum Download.


Daten, Erkenntnisse, Lösungen... Zwei intensive Projekttage brachten die Achtklässler, die stellvertretend für ihre Schule die Energie- und Klimabilanz verbessern wollen, zeitweise wieder an die Grenzen des Machbaren. In hohem Maße eigenständig sammelten sie weitere Daten, kreisten Probleme ein und entwickelten - mittlerweile schon sehr konkrete - Lösungsideen. Die kostenneutrale Verbesserung der Beleuchtungssituation soll mindestens an einem Klassenraum dargestellt und auch praktisch umgesetzt werden. Demnächst werden die Schüler/innen der Stadt ihre Vorschläge inklusive einer Amortisationsberechnung vorlegen. Auch wie man seine Projekte medienwirksam darstellt, lernen die jungen Leute immer besser - das starke Interesse der Medien an ihrer Arbeit hilft ihnen dabei. Reporter der ELSTERWELLE und der Lausitzer Rundschau wollten auch diesmal wissen, wie es weitergeht.


Neustart in die Projektsaison 2017/18: Das Brainstorming ergab Stoff für sage und schreibe sieben Einzelprojekte, die die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8a in diesem Jahr verfolgen wollen. Neu ist dabei zum Beispiel der Aufbau einer eigenen Wetterstation an der Schule, um laufend genaue Klimadaten zur Verfügung stellen zu können. So sind die genauen Außentemperaturen wichtig, um die Heizung zu optimieren. Außerdem wollen die Schüler den Faktor für die "Klimabereinigung" des Energieverbrauchs ihrer Schule exakt für ihren Standort bestimmen. Für die Verbesserung der Beleuchtungssituation setzen die jungen Energiemanager jetzt auch eine professionelle Lichtplanungssoftware ein. Damit wollen sie einen Referenzraum, in dem schlechte Beleuchtungsverhältnisse herrschen, optimal umgestalten, um zu zeigen, dass mehr Licht nicht heißen muss, dass auch mehr Strom benötigt wird. Der Energiebeauftragte der Stadt Hoyerswerda, Angelus Schindler (Bild unten, zweiter von rechts), sagte bei seinem Besuch zum Projektstart in der Schule zu, dieses Vorhaben zu unterstützen.


Update zum Thema "Energiesparvereinbarung": Nachdem in der Zwischenzeit über die Höhe der "Belohnung" verhandelt worden ist, die die energieaktiven Schülerinnen und Schüler für ihr Engagement bekommen sollten, wurde man sich nun einig. Oberbürgermeister Stefan Skora kam persönlich ins Gymnasium, um die Vereinbarung zusammen mit Schulleiterin Birgit Böhme unter Dach und Fach zu bringen. Eine jährliche Mitmachprämie von 400 Euro sowie eine Erfolgsprämie für tatsächliche Einsparungen in Höhe von 2.250 Euro gibt es nunmehr für die Schule. Im letzten Jahr hat die Schule allein durch eine verbesserte Einstellung der Nachtabsenkung, die die Schülergruppe gefordert hatte, etliche Tausend Euro gespart. Ein Erfolg, an dem die Schule jetzt auch finanziell beteiligt wird. Die ELSTERWELLE berichtete anlässlich der Vertragsunterzeichnung erneut und ausführlich.


Der Energiemanager der Stadt Hoyerswerda, Angelus Schindler, übergab jetzt den Text der "Energieeinsparvereinbarung" zwischen Stadt und Léon-Foucault-Gymnasium an die stellvertretende Schulleiterin Birgit Böhme. Darin verpflichtet sich die Stadt, das Engagement der Schule zur Reduzierung des Energiebedarfs finanziell anzuerkennen. Neben einer jährlichen kleinen Mitmachprämie soll auch eine erfolgsabhängige Prämie ausbezahlt werden, die vom Ausmaß der jährlich eingesparten Energiemenge abhängt. Vergleichsbasis ist der Durchschnitt des Energieverbrauchs der Jahre 2012 bis 2014, der bei gut 940.000 Kilowattstunden für Wärme und Strom pro Jahr liegt. Energiemanager Angelus Schindler wies bei der Übergabe darauf hin, dass die Vereinbarung ein Angebot der Stadt darstellt, über das noch verhandelt werden könne. Im Unterschied zu vielen vergleichbaren Projekten in Deutschland, die nach dem Fifty-Fifty-Modell funktionieren, konnte Hoyerswerda sich noch nicht auf eine Weitergabe von 50 Prozent der eingesparten Kosten an die Schule durchringen.


Vor Eltern, Vertretern der Stadtverwaltung, der Schulleitung und der Presse präsentierten die Schülerinnen und Schüler der 7a am 11. Mai 2017 die Ergebnisse ihrer Arbeit als "Energiefüchse" in diesem Schuljahr. Die Klasse hat sich in sechs Projektgruppen aufgeteilt, um die verschiedenen Aspekte des Energieverbrauchs ihrer Schule zu untersuchen und mit unterschiedlichen Messmethoden und Forschungsstrategien vorzugehen. Wie der externe Projektbetreuer Richard Häusler von der Berliner Agentur stratum (Bild oben, links) betonte, werde in den Projekten ein sehr hohes Maß an Eigenständigkeit der Schülerinnen und Schüler praktiziert. Unterstützt werden die angehenden Energieexperten, die auch in den beiden kommenden Schuljahren weiter am Ball bleiben werden, durch ihren Physiklehrer Volker Steuer (Bild oben, 2. v. l.) und die Klassenlehrerin Kristin Partusch (Bild oben, rechts). Mehr zu den konkreten Ergebnissen der Projekte im Logbuch.


Das war ein begeisternder Auftakt an zwei Projekttagen! Physiklehrer Volker Steuer war bass erstaunt, dass ein Dutzend Schülerinnen und Schüler der 7a am zweiten Tag sogar schon um 7:30 Uhr in der Schule waren, um Wärmebildaufnahmen des Schulgebäudes zu machen. Die Recherchen der beiden Projekttage ergaben bereits mehrere Hinweise darauf, wo die Schule noch Energie sparen könnte. Am Ende wurden sechs Projekte definiert:

  1. Wie sieht die Beleuchtungssituation in den Klassenräumen aus?
  2. Wie kann man die Beleuchtung verbessern, ohne mehr Energie zu verbrauchen?
  3. Weist die Schule eine wirksame Nachtabsenkung bei der Heizung auf?
  4. Funktioniert die Belüftung in allen Räumen, auch wenn es kalt ist?
  5. Wie viel Strom verbrauchen die elektronischen Whiteboards und die Computer – und wie könnte man den Stromverbrauch senken?
  6. Wie funktioniert die Heizungssteuerung – und welche Mängel müsste man hier noch beseitigen? 
Sogar das Fernsehen interessiert sich für die Arbeit der Siebtklässler. Ein siebenminütiger Filmbeitrag über den Projektstart ist auf dem Kanal der ELSTERWELLE zu sehen. Neben ihrem Fachlehrer Volker Steuer wird auch die Klassenlehrerin der 7a, Kristin Partusch, die Projektgruppen in den nächsten Wochen bei ihren Recherchen begleiten. Anfang Februar folgen dann zwei weitere intensive Projekttage für die Auswertung der Ergebnisse und die Entwicklung von Maßnahmenvorschlägen. Am Nachmittag des zweiten Projekttages werden die Schüler ihre Ergebnisse und Ideen sogar der Schulöffentlichkeit vorstellen.

Am Léon-Foucault-Gymnasium startet das Projekt mit einer 7. Klasse, die dann bis zur 9. Klasse dabei bleibt. Die Schüler wachsen also mit ihrem Projekt mit! Die beiden Hausmeister unterstützen die Projektgruppe neben einer Lehrkraft. Die Schule verfügt über eine computergesteuerte zentrale Einzelraumregelung für die Heizung. Hausmeister Steffen Mütze wird den Schülern dieses System im Rahmen des zweitägigen Projektstarts am 2. und 3. November erklären. Dann beginnt die Mess- und Untersuchungsphase, in der die Schüler die energetische Situation ihrer Schule erfassen und bereíts nach ersten Verbesserungsmöglichkeiten suchen. An zwei weiteren Projekttagen im Februar werden die Ergebnisse ausgewertet und die Maßnahmenvorschläge diskutiert.