Oberschule Siegfried Richter

Die Projektarbeit nimmt Schwung auf. Die sechs Jungs und drei Mädchen des diesjährigen Energieteams haben sich in die Messtechnik eingearbeitet und erstellen jetzt selbstständig aussagekräftige Diagramme über die Raumtemperaturen, die Luftfeuchtigkeit und den CO2-Gehalt in den Klassen- und Fachräumen. Mit systematischen Messungen bis zum Ende der Heizperiode wollen sie nachprüfen, ob es tatsächlich zu kalte Klassemnräume gibt, ob die Temperaturabsenkung an Wochenenden und in Ferienzeiten funktioniert und wie effektiv Mitschüler und Lehrkräfte das Lüften im Winter beherrschen. Außerdem beschäftigen sie sich mit der Beleuchtungssituation an ihrer Schule. Für bestimmte Räume und Gebäudebereiche hat eine Elektrofirma inzwischen Angebote für die Umrüstung auf LED gemacht. Die Schüler/innen stellen jetzt Amortisationsrechnungen an.


Die nächste Generation übernimmt. Im zweiten Projektjahr hat die neue Schülergruppe jetzt definitiv die Verantwortung übernommen. Mit einer Präsentation ihrer Ziele, Vorgehensweisen und Lösungsideen im Rahmen einer Sensibilisierungsveranstaltung der Stadt Gröditz für die Lehrkräfte und Mitarbeiter der Schulen, Kitas und Jugendeinrichtungen treten sie erstmals auch nach außen auf. Die Arbeit an der Präsentation war eine gute Gelegenheit, einmal das gesamte Themenspektrum des Projekts zu überprüfen und Schwerpunkte zu setzen. Die Schüler befassen sich mit der Optimierung von "Wärme, Licht und Luft" im ganzen Schulhaus. Die Begründung für ihre Beschäftigung mit diesen drei "Elementen" sehen sie ebenfalls vielschichtig: Es geht sowohl um die Lernbedingungen als auch um finanzielle Einsparungen und um Beiträge zum Klimaschutz. Das Bild in der Mitte oben zeigt die drei jungen Redakteure, die die Präsentation "Unsere Ziele 2018 - Next Generation" erarbeitet haben, zusammen mit ihrer Projektbetreuerin vor Ort, Jeannette Kohl.


Gut angelegt. Die Neuntklässler, die den Staffelstab als Energiebeauftragte ihrer Schule jetzt von den letztjährigen Energieaktivisten übernommen haben, ernten gleich zu Beginn die Früchte des Engagements aus dem letzten Schuljahr. Die Extra-Mittel, die die Stadt bereitgestellt hat, wurden verwendet, um Messgeräte zu beschaffen, mit denen die jungen Energiedetektive jetzt kontinuierlich und in der gesamten Schule unterwegs sein werden. Da auch die Schmiedewerke Gröditz weitere fünf Raumluft-Datenlogger und eine Thermokamera gespendet haben, steht einer systematischen Energieanalyse der Schule nichts mehr im Weg. Zumal von den Schmiedewerken sogar eine personelle Unterstützung kommt - Ingenieur Nico Knorr (im Bild oben links) wird die Projektgruppe mitbetreuen und die Neuntklässler beispielweise in die professionelle Lichtplanung mit einem Software-Tool einarbeiten.


Einen Scheck über 3.872,50 Euro nahm Beatrice als Vertreterin der Schüler-Projektgruppe aus der Hand von Bürgermeister Jochen Reinicke entgegen. Mit dieser Summe bedankt sich die Stadt Gröditz bei den Schülerinnen und Schülern der neunten Klassenstufe für ihre Forschertätigkeit in Sachen Energieeinsparung im jetzt zu Ende gehenden Schuljahr. Der Betrag ergibt sich aus der Einsparung im Jahr 2016 gegenüber dem Vorjahr; die Summe der eingesparten Energiekosten wird zwischen der Stadt und der Schule hälftig geteilt. Natürlich wissen die Schülerinnen und Schüler, dass sie es nicht alleine waren, die den Betrag durch ihre Aktivitäten erwirtschaftet haben - auch Verbesserungen an den technischen Einstellungen durch Mitarbeiter der Stadtverwaltung haben mitgeholfen. Aber die Stadt möchte das Engagement honorieren, mit dem die Schülerinnen und Schüler nach Energielecks gefahndet, Temperaturen überprüft und Messdaten gesammelt und ausgewertet haben. Diese Arbeit soll im kommenden Schuljahr weitergehen und intensiviert werden. Mit der Geldprämie der Stadt sollen Messgeräte und Sachmittel für die Projektarbeit angeschafft werden.


Zum großen Gruppenbild mit allen Unterstützern und dem Bürgermeister versammelten sich die "Energiefüchse" der Oberschule kurz vor Beginn der Sommerferien, um Pläne für das neue Schuljahr zu machen. Die betreuende Lehrerin Ina Koitzsch kündigte an, das Energieprojekt ausweiten zu wollen. Im neuen Schuljahr soll ein Neigungskurs aus den 8. und 9. Klassen zusammengestellt werden. Außerdem ist eine Arbeitsgruppe am Nachmittag für die 5. und 6. Klassen geplant. Und von den jetzigen Neuntklässlern wollen die meisten im kommenden Schuljahr weitermachen und sich speziell mit professioneller Lichtplanung beschäftigen; mit einem Computerprogramm und unterstützt von Projektingenieur Niko Knorr von den Schmiedewerken Gröditz wollen sie genaue Empfehlungen für energiesparende und dennoch ausreichende Beleuchtungsverhältnisse in ihrer Schule erarbeiten.


Zum Gruppenbild stellte sich das Energieteam der Oberschule vor der Stadtbibliothek auf. In deren Räumen trafen sich die Neuntklässler/innen, um ein vorläufiges Resümee ihrer Arbeit in diesem Schuljahr zu ziehen. Die Mess- und Untersuchungsergebnisse über die Raumtemperaturen, die Heizungsregelung, die Luftqualität und die Beleuchtungssituation münden in eine Reihe von Verbesserungsvorschlägen:

  • Das Beleuchtungsteam hat sowohl über- als auch unterbelichtete Bereiche in der Schule gefunden und wird Empfehlungen für technische Verbesserungen vorlegen. U.a. sollen Amortisationsrechnungen für die Umstellung auf energiesparende LED-Lampen angestellt werden.
  • Das CO2-Team bemängelt die Lüftungspraxis in der Schule generell. In manchen Räumen wie z.B. dem im Keller befindlichen Informatikraum sind die Kohlendioxidkonzentrationen im Winter viel zu hoch. Im nächsten Schuljahr sollten in möglichst vielen Räumen Messanzeigen angebracht werden, schlagen die Schülerinnen und Schüler vor, um damit die Mitschüler und Lehrkräfte für die Problematik zu sensibilisieren.
  • Das Heizungsteam stellt fest, dass bestimmte Etagen der Schule eher zu warm, andere eher zu kalt sind. Jetzt wollen sie mit der Firma sprechen, die die zentrale Heizungssteuerung in der Schule eingebaut hat, um die Möglichkeiten einer besseren Abstimmung auszuloten. Auch möchten sie erreichen, dass die Mess- und Steuerungsdaten ausgelesen und laufend analysiert werden können.

Den jungen Energieaktivisten ist bewusst, dass sie erst einen Anfang gemacht haben und die nächste Generation - sprich: die Neuntklässler des kommenden Schuljahres - daran weiterarbeiten müssen. Vor allem die Umsetzung der Verbesserungsvorschläge wird zum großen Teil erst im nächsten Schuljahr und in der kommenden Heizperiode geschehen können.

 

Bei dem Treffen in der Stadtbibliothek haben die Jugendlichen einen neuen Partner gewonnen: Nico Knorr (im Bild oben vorne kniend) ist Projektingenieur der Schmiedewerke Gröditz. Er berichtete über das Energiemanagement des Stahlwerks, dessen Energiehunger im Vergleich zum Energieverbrauch der Oberschule gigantisch ist. "Aber die Herausforderung ist die gleiche, wenn es um mehr Energieeffizienz geht", sagte Knorr. Da versuche man Verbesserungen im Bereich von ein paar Prozenten zu erreichen. Als Sparringspartner will der Ingenieur den Gröditzer Schülern in den nächsten zwei Projektjahren zur Verfügung stehen. Vereinbart wurde jetzt bereits eine konkrete Zusammenarbeit bei der Modellierung der Lichtplanung in der Schule, für die Knorr eine Software einsetzt, die auch die Oberschüler demnächst verwenden wollen.

Noch vor Weihnachten gab es einen weiteren Projekttermin in der Siegfried Richter-Oberschule. Erstmals setzten die Schüler dabei die Wärmebildkamera ein. Ein Team beschäftigt sich systematisch mit der Messung der Beleuchtungsstärke in den Schulräumen. Dabei entstehen grafische Darstellungen der jeweiligen Helligkeit an den Arbeitsplätzen in den Klassen- und Fachräumen (Bild oben rechts). Mehrere Jungs entwickeln sich zu Spezialisten für die Auswertung der EXCEL-Daten aus den CO2-Messwertaufzeichnungen (unten links). Beim Gang durch die Heizanlage wurde den Schülern bewusst, wie aufwendig es ist, die Wärme im Schulhaus gleichmäßig zu verteilen. Die Schule ist ans Fernwärmenetz angeschlossen. Erste Ergebnisse der Recherchen der Schülerinnen und Schüler gibt es ab sofort in der Logbuch-Rubrik auf dieser Website.


Jetzt beginnt die praktische Arbeit. Am 14.11.2016 werteten die Schülerinnen und Schüler ihre ersten Messergebnisse aus. Sie lernten, die Daten von den Datenloggern auf den Computer zu übertragen und in einer EXCEL-Tabelle zu organisieren. Aus den Daten erstellen sie dann Diagramme, um zu überprüfen, ob die Nachtabsenkung der Heizung funktioniert, wie hoch die CO2-Werte in der Raumluft während des Unterrichts steigen und ob und wie effektiv Schüler und Lehrkräfte im Winter lüften.

 

Eine Gruppe beschäftigt sich systematisch mit der Beleuchtung in den Klassenräumen. Dazu messen sie mit Luxmetern die Helligkeit an jedem einzelnen Arbeitsplatz und tragen die Werte in ein Grundrissschema des Klassenraums ein. Um einen schnellen Überblick über die Situation zu gewinnen, markieren sie die Ergebnisse farbig: Arbeitsplätze, die die Norm erfüllen (> 500 Lux), werden grün, Plätze zwischen 500 und 300 Lux gelb und Plätze unter 300 Lux rot markiert. Erste Ergebnisse der Mess- und Untersuchungsprojekte werden bald erwartet.


Am 26. September starteten 16 Neuntklässler zusammen mit ihrer Lehrkraft Ina Koitzsch in das Abenteuer "Energieeffizienz". Drei Teams beschäftigen sich mit diesen Themen:

  • Umrüstung auf LED-Beleuchtung in Klassenräumen - was bringt's? Die Schülerinnen und Schüler analysieren die Beleuchtungssituation, berechnen den Energieverbrauch der derzeitigen Beleuchtung, stellen eine Amortisationsrechnung für die LED-Umrüstung auf und begleiten dann die Umrüstungsmaßnahme. Teamchefin ist Aylin.
  • Einsparpotenzial Heizung - geht da noch was? Aufgrund der Auswertung von eigenen Temperaturmessungen in mehreren Klassenräumen diskutiert das Team die Frage, wo sich Einsparmöglichkeiten finden lassen. Dabei werden sie auch auf die Heizungseinstellungen an der zentralen Steuerung einen kritischen Blick werfen. Teamchefin ist Beatrice.
  • Gute Luft im Klassenzimmer - ohne Energie zu verschwenden. Das dritte Team sucht Lösungen für das Problem zu hoher Kohlendioxidwerte in den Klassenräumen im Winter, die Lernen und Konzentration erschweren. Dazu werden sie Daten zu CO2-Werten erheben und die Aufzeichnungen analysieren. Ein besseres Lüftungsmanagement hat auch mit der Heizungssteuerung zu tun. Teamchef ist Jonas.
Drei Schüler(innen) haben außerdem Spezialaufgaben für alle drei Projektgruppen übernommen: Alina ist unsere Fotoreporterin, Mariella kümmert sich um gute Texte über die Aktivitäten und Tialk will uns helfen, die Projekte auch im Web zu präsentieren.

An der Oberschule Siegfried Richter übernimmt ein Neigungskurs "Physik" aus 15 Neuntklässlern die Verantwortung für das Projekt. Der Neigungskurs bearbeitet ein 60-Stunden-Curriculum „Energie“, das die Schule ausgearbeitet hat. Unser Projekt wird im Rahmen dieses Curriculums praktische Anwendungen beitragen. Der Kurs wird seitens der Schule von der Lehrkraft Ina Koitzsch betreut. Geplant sind bereits systematische und vergleichende Temperatur- und Kohlendioxid-Messungen in Klassenräumen. Für die Untersuchungsprojekte wird der Kurs in drei Fünfer-Teams aufgeteilt, damit alle Schüler was zu tun bekommen.